Kloster Bethlehem
Klarissen-Kapuzinerinnen
von der Ewigen Anbetung
Klarissen-Kapuzinerinnen
Tau
Tau-Zeichen
Das "Tau" - ein franziskanisches Zeichen
"Dieses Zeichen verehrte der Heilige mit besonderer Liebe.
Oft empfahl er es in seinen Unterweisungen
und setzte es eigenhändig unter seine kleinen Briefe,
die er verschickte."
(Bonaventura, Legenda Maior IV,9)
In Fonte Colombo ist heute noch in einer Fensternische
das rote
"T" zu sehen, das Franziskus dorthin gemalt hat.

Das „Tau“ begegnet uns sowohl im griechischen wie auch im hebräischen Alphabet.
Im hebräischen ist es der letzte Buchstabe - das „TAW“.

Das "Tau" in der Bibel

  • hat eine bestimmte Bedeutung: „Zeichen“ oder „Siegel“. Sowohl im Alten Testament wie auch im Neuen finden wir dieses „Zeichen/Siegel“
  • Im Buch Ezechiel (9. Kapitel) heißt es, dass Gott seinen Engel sandte, um auf die Stirn aller Getreuen Gottes das Tau einzuprägen. Nur sie sollten gerettet werden, alle anderen aber würden vernichtet werden. „Doch von denen, die das T auf der Stirn haben, dürft ihr keinen anrühren.“ (Ez 9,6)
  • Auch im Neuen Testament begegnet uns dieses Heilszeichen - in der Apokalypse (7. Kapitel). Beim Öffnen des sechsten Siegels heißt es: „Dann sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen, mit lauter Stimme zu: Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten unseres Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben.“ (Offb 7,2-4)
  • (Der hl. Bonaventura sah im Engel des sechsten Siegels Franziskus selbst, weil er mit den Wundmalen das Siegel Gottes an seinem Leib trug.)

Das „Tau“ im Christentum

  • findet schon früh Verehrung als Heilszeichen. Wir finden es in den Katakomben in Rom, weil seine Form an das Kreuz Christi erinnerte.
  • So entstand auch die frühchristliche Sitte, sich vor Beginn der Arbeit und des Gebetes auf der Stirn mit dem Kreuz zu bezeichnen.
  • Innozenz III. sprach bei der Eröffnung des IV. Laterankonzils (1215) vom „Tau“ als einem Zeichen der Buße.
  • Kunstgeschichtlich können wir beim Tau auf eine lange Traditon zurückblicken.

Das „Tau“ bei Franziskus

  • erfährt von ihm eine besondere Verehrung. Franziskus liebte das „Tau“ sehr und macht es zu „seinem“ Zeichen.
  • Es war für ihn ein Zeichen der Erwählung und der Bewahrung (vgl. Ez 9; Offb 7,3).
    Franziskus verwendete dieses Zeichen oft: Er zeichnete es auf Häuser, Wände und Bäume. In Fonte Colobmo ist heute noch in einer Fensternische das rote „T“ zu sehen, das Franziskus dorthin gemalt hat (s. oben).
  • Selbst sein Ordensgewand war im Schnitt dem Tau ähnlich.
  • Als Franziskus am Ende seines Lebens die Stigmata Christi empfängt, wird er selbser zum lebendigen "Tau".
  • Mit diesem Zeichen segnete er Menschen und unterschrieb er seine Briefe. So finden wir es auch unter einem Segensspruch, den er für Bruder Leo aufschrieb, als dieser in Not und Angst war. Für Bruder Leo bedeutete es Kraft und Trost, dass er diesen Segen des hl. Franziskus so ständig bei sich tragen konnte.
Gott segne

Bruder Leo, Dich

Das „Tau“ im franziskansichen Orden
  • ist ein Vermächtnis des heiligen Vaters Franziskus,
  • ein Zeichen des Segens und des Friedens.
  • Es erinnert uns auch an das Kreuz, das Zeichen unserer Erlösung.
  • Das „Tau“ ist daher zum Symbol der Franziskanischen Familie geworden.